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FAQs zu HIV und Aids

Was ist HIV, was ist Aids?

HIV ist die Abkürzung für Human Immunodeficiency Virus (= menschliches Immundefekt Virus). Von HIV-positiven Menschen sprechen wir, wenn sich eine Person mit diesem Virus angesteckt hat. Unbehandelt führt diese Ansteckung zu einem Krankheitsbild, das Aids (Acquired Immuno Deficiency Syndrome = erworbenes Immundefektsyndrom) genannt wird und das zur Folge hat, dass das Immunsystem dieser Person zerstört. wird. Im Stadium Aids haben die HI-Viren das Immunsystem so sehr geschädigt, dass dieses kaum noch in der Lage ist, Krankheiten abzuwehren.

 

Wie wird HIV übertragen?

Für eine Ansteckung ist es nötig, dass eine infektiöse Körperflüssigkeit mit einer ausreichend hohen Virenmenge in die Blutbahn oder auf Schleimhäute gelangt.

Es gibt insgesamt fünf solcher möglicher Körperflüssigkeiten, die eine entsprechend hohe Virenmenge enthalten können:

  • Samenflüssigkeit / Sperma

  • Sekret der Darmschleimhaut

  • Scheidensekret

  • Blut

  • Muttermilch

Ungeschützter Sex gilt als Hauptübertragungsweg für eine HIV-Infektion.

 

Bei welchen Sexpraktiken besteht welches Risiko?

  • Hohes Risiko: ungeschützter Analverkehr, ungeschützter Vaginalverkehr

  • Geringes Risiko: Ungeschützter Oralverkehr

  • Kein Risiko: Küssen, Streicheln, Hautkontakt

 

Wie kann ich mich schützen?

Kondome schützen sowohl vor einer HIV- Infektion als auch vor einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Schutz durch Therapie: HIV Medikamente bewirken, dass die Vermehrung der Viren so weit gehemmt wird, dass man keine Viren mehr findet. Man spricht dann von einer „Viruslast unter der Nachweisgrenze“. Dies muss durch regelmäßige (in der Regel vierteljährliche) Untersuchungen bestätigt werden – erst wenn über einen Zeitraum von sechs Monaten die Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, ist das Ansteckungsrisiko vergleichbar gering wie bei der Benutzung von Kondomen.

 

Safer-Sex-Irrtümer

Über den Schutz vor HIV sind auch einige Mythen im Umlauf, die man nicht glauben sollte:

Menschen mit HIV sieht man an, dass sie HIV-positiv beziehungsweise krank sind.
FALSCH! Eine HIV-Infektion kann man nicht sehen.

Sex mit jungen Partnern birgt kein Risiko, sich mit HIV zu infizieren.
FALSCH! Auch junge Partner können schon ungeschützten Sex gehabt haben. Warum sollte der Partner noch nie getan haben, wozu er jetzt offenbar bereit ist?

Sex mit Partnern aus der Provinz birgt kein Risiko, sich mit HIV zu infizieren.
FALSCH! Wer weiß schon genau, wie oft, mit wem und wo der Partner bisher Sex hatte und ob er sich dabei geschützt hat? Und: Auch in Kleinstädten finden HIV-Infektionen statt!

Beim Analverkehr hat der aktive Partner kein Risiko, sich zu infizieren.
FALSCH! Der aktive Partner kann sich ebenfalls infizieren, denn die Darmschleimhaut enthält bei HIV-Positiven sehr viele HI-Viren, die vom Penis (über die dortige Schleimhaut) aufgenommen werden können.

Wenn der Penis nur kurz eingeführt wird, besteht kein Risiko einer HIV-Infektion.
FALSCH! Das Risiko ist zwar tatsächlich geringer, aber auch bei kurzem ungeschützten Geschlechtsverkehr kann HIV übertragen werden. Egal ob mit oder ohne Samenerguss!

„Er würde mir doch sagen, wenn er HIV-positiv wäre.“
FALSCH! Vielleicht denkt der HIV-positive Partner: Er würde doch nicht auf ein Kondom verzichten, wenn er nicht schon infiziert wäre. Und manche Menschen mit HIV erwähnen ihre Infektion nicht, weil sie Angst vor Ablehnung haben.

Nur Sex mit HIV-Negativen zu haben, schützt vor HIV.
Im Prinzip richtig. Aber wer kann sich bei einem One-Night-Stand schon sicher sein, dass der Partner oder die Partnerin wirklich HIV-negativ ist? Viele Menschen wissen selber nicht, dass sie HIV-positiv sind!

 

Wie, wann und wo kann ich mich testen lassen?

Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren, eine HIV-Infektion festzustellen:

  • der Antikörpertest

  • der PCR = der direkte Virusnachweis

Ein Antikörpertest ist erst 12 Wochen nach einem Risiko aussagekräftig. Man kann ihn kostenlos und anonym beim Gesundheitsamt machen lassen und in der Regel das Ergebnis eine Woche später abholen.

Der HIV-Schnelltest ist ein Testverfahren, das nur etwa 5 bis 30 Minuten (je nach verwendetem Testmaterial) in Anspruch nimmt, um eine Infektion auszuschließen. Der Test kann wie jeder andere Antikörpertest erst nach frühestens 10 Wochen, besser 12 Wochen effektiv durchgeführt werden und baut sich ebenso auf, wie der HIV-Antikörpertest. Der Vorteil an diesem Test ist der geringere zeitliche Abstand zwischen der Blutabnahme und dem Ergebnis.

Die Aids-Beratungsstelle Unterfranken bietet vier mal pro Jahr einen HIV-Schnelltest an. Der Test findet in den Räumen der Beratungsstelle statt in der Zeit von 18 bis 20 Uhr. Die nächsten Termine findest du unter www.aidsberatung-unterfranken.de/aktuelles/veranstaltungen.

Der PCR-Test weist im Gegensatz zu den oben genannten Tests nicht die Antikörper gegen HIV nach, sondern das Virus selbst. Dies ist meist schon 15 Tage nach einer Ansteckung möglich. Er kostet ca. 100€ und kann nur in speziellen Labors durchgeführt werden.

 

Wie verläuft die Infektion?

Eine Ansteckung mit HIV verläuft zunächst oft unbemerkt und unauffällig. Es kann eine körperliche Reaktion mit „grippeähnlichen Symptomen“ erfolgen, muss aber nicht. Es kommt nun eine „asymptomatische Phase“, die evtl. über Jahre andauern kann, bis das Immunsystem so geschwächt ist, dass es zu den ersten Beschwerden kommt.

Symptome wie Fieberschübe, Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum können ein Zeichen dafür sein, dass die HIV Infektion fortschreitet und ohne medikamentöse Behandlung in das Stadium Aids übergehen wird.

Eine frühzeitig erkannte und behandelte HIV-Infektion dagegen bedeutet eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität!